Sitzungspräsident Patrick Fiederer blickt auf die Anfänge des Leeheimer Carneval Vereins vor 60 Jahren zurück. Zum Jubiläum gibt es eine neue Damenparty und Rodgau Monotones.
RIEDSTADT. Sechzigsten Geburtstag feiert in diesem Jahr der Leeheimer Carneval Verein (LCV). Sitzungspräsident Patrick Fiederer blickt auf die Anfänge zurück. Im Gegensatz zu Fastnachtshochburgen wie Mainz und Köln habe es in Leeheim zunächst keine ausgeprägten Bräuche gegeben, schreibt Fiederer: Erste Ansätze gab es um 1930, „als Männer und Frauen – häufig in Lumpen, manchmal auch in feinen Kleidern – durch die Straßen Leeheims zogen und um Geld oder Kreppel baten und die Bevölkerung mit gesungenen Reimen unterhielten“.
Nach dem Zweiten Weltkrieg seien erste karnevalistische Veranstaltungen versucht worden, mangels festen Organisatoren ohne dauerhaften Erfolg. Erste feste Sitzungen gab es im Gasthaus Rheintal, initiiert durch Männergesangverein und FC Germania Leeheim. Anfang der 1960er Jahre endeten diese. Der LCV wurde 1966 gegründet, als Zusammenschluss mehrerer Vereine: Männergesangverein 1853, Freiwillige Feuerwehr, Geflügelzuchtverein und FC Germania. Damit sei eine stabile organisatorische Basis für Fastnachtsarbeit da gewesen.
Erste LCV-Sitzung am 20.1.1967
Am 20. Januar 1967 fand im Rheintal die erste Kappensitzung des LCV statt. Erster Sitzungspräsident war Dieter Dörr, der das Amt bis 1971 innehatte. Ab 1972 folgten mehrere Präsidenten und Elferratschefs: Karl Greim, Ludwig Jung sowie Helmut Nold, unter dessen Leitung 1975 die Sitzungen erstmals in die neue Sport- und Kulturhalle verlegt wurden – ein Meilenstein der Vereinsgeschichte, so Fiederer. Zu dieser Zeit bestand der LCV nur noch aus Gesangverein, Feuerwehr und FC Germania.
In den folgenden Jahren führte eine Reihe von Präsidenten den Verein durch wechselvolle Zeiten. Albert Müller begann 1986 erstmals erfolgreich mit der Verjüngung des Elferrats, ein Rosenmontagsball wurde erstmals ausgerichtet. Der Gesangverein zog sich aus der Fastnacht heraus. Nach Klaus-Dieter Jung (1992-1996) und Andreas Wiesenäcker (1997-1999) begann eine Ära der Kontinuität: Horst Reinhardt lenkte 16 Jahre, von 1999 bis 2015, die Geschicke des Elferrates. Seit närrischen elf Jahren hat Nachfolger Patrick Fiederer das Zepter in der Hand. 2016 löste sich auch die Freiwillige Feuerwehr aus dem LCV, und dieser wurde offiziell zur Sparte des FC Germania Leeheim.
Neue Damenparty
Seitdem habe es viele Änderungen gegeben, berichtet der Sitzungspräsident: Der Elferrat wuchs von 11 auf bis 20 Personen. Die Männerdomäne wurde durch aktive Frauen ergänzt. Ein Kampagnenheft berichtet über Aktivitäten, zu denen Besuche eines Weihnachtsmarkts sowie Veranstaltungen wie dem Rosensonntagsumzug in Büttelborn gehörten. Seit 2018 gebe es Herrensitzungen sowie Comedy-Veranstaltungen, seit 2020 werde unregelmäßig mit anderen Fastnachtsvereinen ein Rathaussturm organisiert. Von 2020 bis 2025 gab es eine Schlagerparty. 2022/23 wurden erstmals Verdienste um den Gardetanz gewürdigt. Seit 2025 gehört die Kreppelsitzung zum Programm.
Im Jubiläumsjahr 2025/26 werde unter dem Motto „Der LCV wird 60 Jahr’ – Back to the Sixties, is’ doch klar!“ neben Kappen- (24. Januar), Herren- (30. Januar), Kreppelsitzung (31. Januar) und Kindermaskenball (1. Februar) zusätzlich erstmals eine „Damenparty“ (Girls-just-wanna-have-fun-Party, 6. Februar) veranstaltet – ein weiterer Baustein der modernen Vereinsarbeit. Zudem hätten für „Rock in den Mai“ am 30. April die Rodgau Monotones gewonnen werden können. Für Damenparty und Rock in den Mai gibt es noch Karten unter leeheimer-carneval-verein.de/kartenbestellung.
Marion Menrath